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Geschichte des Bauernverbandes MV

Einheit der Vielfalt

Diese weise Formel begleitet den Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern seit seiner Gründung 1991. Sie vereinte Wiedereinrichter aus Ost und West, LPG-Nachfolger und „Groß und Klein“. Bis heute ist sie Leitbild und Schlüssel für die erfolgreiche innerverbandliche Arbeit, wo auf den verschiedensten Bereichen Lösungen gesucht und gefunden werden.

Harald Röpke mit Berufskollegen bei einer Demonstration der Bauernverbände am 21. Oktober 1993 in Hamburg bei EU-Agrarkommissar Steichen. Rechts der stellv. Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes Adalbert Kienle.

Gemeinsam mit 15.000 Landwirten aus Europa demonstrierte der Berufsstand am 11. Juni 2002 vor dem europäischen Parlament für eine nachhaltige EU-Agrarpolitik. Anlass waren der Preisverfall bei Milch und Getreide und der Mißbrauch der "Halbzeitbewertung" der Agenda zu vorgezogenen Reformen.

Der damalige DBV-Präsident Freiherr v. Heereman eröffnet im Landkreis Mecklenburg-Strelitz die bundesweite Aktion "Tag des Offenen Hofes" bei den Brüdern Thamm (2. v. li.).

Bauernpräsident Tietböhl im Gespräch mit Bundesagarminister Seehofer während des Bauerntages in Magdeburg 2006.

Auf dem Bauerntag auf der MeLa 1996 protestierten die Landwirte gegen die 4. Novelle des Landwirtschafts- anpassungsgesetzes.

Vor dem Schweriner Schloß demonstrierten Bauern und Landespolitiker im Februar 1999 gegen erste Entwürfe der Agenda 2000.

Unter den wechselnden politischen Rahmenbedingungen Kurs halten. Verbandsmitglieder im Gespräch mit damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Alle zwei Jahre organisert der Berufsstand bundesweit den "Tag des Offenen Hofes". Mehrere hundert Tausend Besucher haben sich dabei ein eigenes Bild von der modernen Landwirtschaft gemacht. In Zusammenarbeit mit dem NDR wurden Besucherrekorde erreicht.

Der damalige 
geschäftsführende Vorstand des Bauernverbandes M-V besuchte das Gut Darß GmbH&Co. KG. Der Betrieb betreibt seit 1992 erfolgreich ökologische Landwirtschaft im "Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

Besondere Bedeutung hat für uns die Zusammenarbeit mit den assoziierten Verbänden. Auch mit Ministerien, den Ausschüssen des Landtages, Ämtern und anderen Einrichtungen des Landes hält der Bauernverband regelmäßig Kontakt. In der Satzung des Bauernverbandes ist dessen überparteiliche Interessenvertretung festgeschrieben. Dennoch: Zu allen im Landtag vertretenen Parteien unterhält der Bauernverband M-V sachliche und konstruktive Arbeitsbeziehungen auf regionaler und Landesebene. Eine Sonderstellung nimmt die Zusammen-arbeit des Bauernverbandes mit dem Landjugend- und Landfrauenverband ein, die in den letzten 15 Jahren kontinuierlich gewachsen ist.

Mecklenburg-Vorpommern als erster ostdeutscher Landesbauernverband im Deutschen Bauernverband

Es war Freitag, der 31. August 1990, als ich zum ersten Mal mecklenburgischen Boden betrat. Um 6.00 Uhr war ich von Bonn abgeflogen. In Tegel holte mich Herr Ullrich mit dem Lada des Bauernverbandes der DDR ab. Wir fuhren die wunderbaren Alleen der B 96 nordwärts durch herrliche Buchenwälder, entlang an Seen und weiten Ackerflächen.

Ich sog das Bild einer mir unbekannten Landschaft in mir auf, deren Existenz und Beschreibung mir noch vom Geografie-Unterricht auf dem Gymnasium vor 44 Jahren im Ge­dächtnis war.

Ich war auf dem Weg nach Neubrandenburg zum „Haus des Bauern" Um 11.00 Uhr sollte dort das erste Gespräch zur Gründung von Arbeitsgemeinschaften der auf dem Gebiet der DDR bestehenden landwirtschaftlichen Verbände stattfinden.

Es war der gleiche Tag, an dem im Bundestag der Einigungsvertrag verabschiedet wurde.

Auf Burg Warberg bei Helmstedt waren auf Einladung von Präsident Heereman am 14. und 15. Juli 1990 die Präsidenten der auf dem Gebiet der DDR bestehenden Verbände, Karl Dämmrich (Bauernverband e. V. der DDR), Dr. Edgar Müller (Genossen­schaftsverband der LPGen und GPGen), Gerd Winzer (Verband Deutscher Landwirte), Kurt-Henning Klamroth (Landvolkverband Sachsen-Anhalt), Gerhard Rappen (Mecklenburgischer Bauernverband), Karl-Walter Funk (Präsident des Raiffeisenverbandes der DDR) mit dem Vorstand des Deutschen Bauern­verbandes zusammengekommen. Sie hatten sich darauf verständigt, „dass eine einheitliche landwirt­schaftliche Interessenvertretung für alle Menschen, die in der Landwirt­schaft tätig sind, in einem vereinigten Deutschland unabdingbar ist. In den zukünftigen Ländern der DDR sollen Arbeitsgemeinschaften der oben angeführten landwirtschaftlichen Verbände die Voraussetzungen dafür schaffen"

Die Vorbereitungen und Gespräche für die Gründung dieser Arbeitsge­meinschaften sollten jeweils unter Mithilfe von Landesbauernverbänden aus der Bundesrepublik stattfinden. So übernahm Karl Eigen als Präsident des Bauernverbandes von Schleswig­Holstein die Gesprächsleitung. Neben Herrn Rappen waren die Herren Theile, Beyer und Wolfgang Jaeger dabei.

Ich habe das Gespräch in sehr guter Erinnerung. Alle Teilnehmer waren bereit, ihren Teil zur Schaffung einer einheitlichen Interessengemeinschaft beizutragen. Im Gegensatz zu anderen Gesprächen, an denen ich teilnahm, war unter den mecklenburgischen Teilnehmern eine grosse Aufgeschlossenheit vorhanden, persönliche Ambitionen zurückzustellen. Karl Eigen steuerte mit seiner Überzeugungskraft sofort auf einen einheitlichen Verband nach schleswig­holsteinischem Muster zu. Die Vorstufe der Arbeitsgemeinschaft, die in anderen Regionen gewählt werden musste, wurde bald in der Diskussion verworfen. Das erwies sich als eine weitschauende Entscheidung. Am 26. März 1991 wurde der Mecklenburgisch-Vorpommersche Bauernverband als erster ostdeutscher Landesverband in den Deutschen Bauernverband aufgenommen. Die Patenschaft Schleswig-Holsteins wirkte sich in vielen Bereichen segensreich aus. Dank der großen Ähnlichkeit der Menschen in Sprache und Charakter wurden Ratschläge von Schleswig-Holstein bereitwillig übernommen (MeLa, Arbeitgeberverband und andere).

Schade war nur, dass die letzte Chance im Bereich der Buchführung und Steuerberatung den Fuß in die Tür zu bekommen, entgegen der Empfehlung von Bonn nicht genutzt wurde.

Ich erinnere mich auch gerne an die weitere Zusammenarbeit, als Harald Röpke im Präsidium des DBV und in den Hauptgeschäftsführerbesprechungen mitwirkten. Es erwies sich als ein grosser Glücksfall, dass Harald Röpke glaubwürdig für alle Rechtsformen und Betriebsgrössen eintrat. Er verstand es mit grossem rhetorischen Geschick auch auf dem politischen Klavier zu spielen. Als Vorsitzender des Ausschusses „Deutsche Einheit", in dem alle Landesbauernverbände aus Ost und West mitwirkten, hat er aus mecklenburgisch-vorpommerischer Sicht entscheidend die Stellungnahmen, die sich mit der Umstrukturierung der Landwirtschaft in der ehemaligen DDR befassten, mitgeprägt (zur Altschuldenfrage, zur Finanzierung landwirtschaftlicher Unternehmen in den neuen Bundesländern, im Umstrukturierungsprozess zur Vierten Novelle des Landwirtschaftsan­passungsgesetzes u. a. ).

Der Aufbau des Verbandes wurde den Verantwortlichen nicht leicht gemacht. Das „Haus des Bauern", dessen Bau zu DDR-Zeiten begonnen wurde, konnte nicht erworben werden; ungeschick­tes Management der Treuhand und Voreingenommenheit bei den Verant­wortlichen für das beschlagnahmte Vermögen der ehemaligen Massenor­ganisationen verhinderten die Übernahme. Es gelang nicht, das in den Reichsnährstand 1933 überführte Reichslandbundvermögen den Kreisverbänden und dem Bauernver­band zurückzugeben, wie das den westdeutschen Bauernverbänden Anfang der 50igerJahre ermöglicht wurde.

Die Betriebsleiter selber, gleich welcher Größe und Rechtsform, mussten einen schwierigen Anpassungsprozess durchlaufen. Der Zusammenbruch der Agrarpreise nach der Wirtschafts- und Währungsunion am 01. Juli 1990, der Zusammenbruch der Absatzmärkte, der brutale Wettbewerb aus dem Bereich der Europäischen Union und die Bewälti­gung der Vermögensauseinanderset­zungen und die Umwandlung oder Auflösung der früheren LPGen erforderten ungewöhnliche Anstren­gungen und Anpassungen von allen Betroffenen.

Der Deutsche Bauernverband hat sich mit seinen Möglichkeiten unter den

Sonnleitner vorbehaltslos für die Interessen der Landwirtschaft in den neuen Bundesländern eingesetzt und auf der Ebene der Bundesregierung und der Europäischen Union sich für alle verwendet. Auch die Nichtmitglie­der haben von diesem Einsatz ihren Nutzen gehabt. Mögen sich diese Bauern auch zum Einheitsverband zusammenfinden.

Möge es dem Landesbauernverband Mecklenburg-Vorpommern  und allen Führungskräften auf Kreis- und Landesebene gelingen, den Weg der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern in der Zukunft tatkräftig zu unterstützen. Dazu gehört, dass die Bauern mit ihren Möglichkeiten die Mittel für einen ausreichend großen Stab qualifizierter Mitarbeiter bereitstellen. Ich bin überzeugt, dass die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern die nicht geringen Herausforderungen meistern wird.

Dr. Rudolf Schnieders,
Generalsekretär beim Deutschen Bauernverband bis 1991

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