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Wolfsriss in Ludwigslust

Landwirte fordern Schutz für Nutztiere

Die Weidehalter in Mecklenburg-Vorpommern sind frustriert. Zum wiederholten Male ist es im Kreis Ludwigslust-Parchim zu einem Wolfsriss gekommen. 

„Dies ist bereits der zweite Riss in einer Rinderherde der Niendorfer Landerzeuger GmbH“, erklärt Nicole Gottschall, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Ludwigslust. 

Im vergangenen Herbst wurde bereits eine Färse auf einer benachbarten Weide gerissen. Auch dieser Wolfsriss wurde vom Gutachter und dem Ministerium bestätigt. 

Am 9. August fand Landwirt Hans-Werner Mau, Geschäftsführer der Niendorfer Landerzeuger GmbH den gerissenen Ochsen während der morgendlichen Weidekontrolle. 

Die Weide mit 105 Ochsen (kastriertes männliches Rind) im Alter von 8 bis 16 Monaten befindet sich in der Gemarkung Woosmer nahe der Ortschaft Schlesin. 

Für die Mitarbeiter der Niendorfer Landerzeuger GmbH, Jäger und Förster aus der Region, sowie für die Geschäftsführerin des Bauernverbandes Ludwigslust Nicole Gottschall handelt es sich eindeutig um einen Wolfsriss. 

Auch die erste Einschätzung des Wolfsgutachters bestätigt diese Meinung. Sowohl die Spuren am Tier, als auch die Schleifspuren auf der Weide zeigen, dass der ca. 400-500 Kilogramm schwere Ochse sehr wahrscheinlich von einem Wolf angegriffen wurde. 

Der Vizepräsident des Landesbauernverbandes Dr. Manfred Leberecht ist aufgrund des Vorfalls verärgert und frustriert. „Es ist nun der zweite Übergriff auf eine Rinderherde in dieser Region. 

Das ansässige Wolfsrudel scheint gelernt zu haben, dass auch unsere großen Nutztiere eine leichte Beute sind. Die Prävention vor Wolfsübergriffen muss eindeutig intensiviert und der Managementplan Wolf überarbeitet werden“ erklärt Dr. Leberecht. 

Weiterhin verweist der Landwirt auf das Positionspapier der Weidetierhaltenden Verbände, welches im Juni während eines Mahnfeuers veröffentlicht wurde. Die Verbände fordern die Präsenz des Wolfes nicht über das Sicherheitsbedürfnis von Mensch und Nutztiere zu stellen. 

Eine bundeseinheitliche Definition und Entnahmestrategie von „verhaltensauffälligen Problemwölfen“, eine Überarbeitung der Förderrichtlinie Wolf, sowie praxisnahe Präventionsmaßnahmen und einen angemessenen Schadensausgleich sind einige der notwendigen Maßnahmen. 

„Die zunehmend gemeldeten Übergriffe zeigen eindeutig, dass ein schnelles Handeln der Politik notwendig ist, um die Weidetierhaltung im Land erhalten zu können. Wir benötigen die klare Festlegung eines „Akzeptanzkorridors“ für die Wolfsbestände und wirksame Instrumente der Regulierung und Prävention“ betont der Vizepräsident. 


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