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Düngeverordnung beschlossen

Nach einer langwierigen und schwierigen Debatte wurden am 31. März im Bundesrat die Düngeverordnung und die Anlagenverordnung beschlossen.

Die Auswirkungen der neuen Düngeverordnung für die Landwirtschaft sind einschneidend. 

Der Grundsatz einer bedarfsgerechten Düngung wurde beibehalten und ist positiv zu bewerten. Gravierende Konsequenzen für Teile der Tierhaltung, für die Kreislaufwirtschaft sowie die überbetriebliche Verwertung von Wirtschaftsdüngern sind zu befürchten. Darüber hinaus ist für die Landwirte die Einführung einer betrieblichen Stoffstrombilanz, deren Ausgestaltung noch nicht definiert ist, kaum nachvollziehbar. 

Die verschärften Anforderungen aus der Düngeverordnung resultieren insbesondere auch aus den Nitratberichten der Länder an die EU. In diesem Zusammenhang ist zukünftig eine sachlichere Diskussion dringend notwendig. Der Gewässerzustand darf nicht schlechter dargestellt werden, als er es in Wirklichkeit ist. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Nitratgehalt bei 86 % der Grundwassermessstellen unterhalb des Grenzwertes von 50 mg/l.

Wesentliche Eckpunkte der neunen Düngeverordnung sind:

  • Bundeseinheitlich geregelte Düngebedarfsermittlung für Stickstoff auf Acker- und Grünland
  • einheitliche kulturartenbezogene Stickstoffbedarfswerte  
  • Ausnahmen vom Verbot der Düngung im Herbst auf Ackerland für Zwischenfrüchte, Feldfutter, Winterraps und Wintergerste
  • Beschränkung der zulässigen Stickstoffgabe im Herbst auf 60 kg Gesamtstickstoff und 30 kg Ammoniumstickstoff
  • Sperrfrist zum Ausbringen von Düngemitteln auf Ackerland: 1.10.–31.1., auf Grünland (GL): 1.11-31.1 
  • Option zum Verschieben der Sperrfristen für AL und GL um 4 Wochen
  • Sperrfrist  für die Aufbringung von Festmist und Kompost: 15.12.-15.1.
  • Beibehaltung einer generellen Lagerkapazität von 6 Monaten (9 Monate für Betriebe mit 3 GV/ha)
  • Lagerkapazität für Festmist und Kompost ab 2020: 2 Monate
  • Einarbeitungsfrist Wirtschaftsdünger auf unbestelltes Ackerland: 4 h
  • Einarbeitungspflicht Harnstoffdünger: 4 h (Alternative Ureasehemmer)
  • Kontrollwerte beim Nährstoffvergleich: N: 60 kg/ha, ab 2018: 50 kg/ha im Dreijahresschnitt
  • Kontrollwerte beim Nährstoffvergleich: Phosphat: 20 kg/ha, ab 2018: 10 kg/ha im Sechsjahresschnitt
  • Phosphatdüngung auf hoch versorgten Standorten nach Nährstoffabfuhr
  • 170 kg-Obergrenze für alle organischen Dünger
  • Abstand zu Gewässern: 4 m (bei Exaktausbringtechnik: 1 m)
  • Ausbringung auf gefrorenem Boden u.a. möglich, wenn Boden tagsüber aufnahmefähig ist
  • Einführung einer Stoffstrombilanz: gestufter Einstieg abhängig von Betriebsgröße und Viehbesatz         (Betriebe mit 2,5 GV/ha und > 30 ha oder >50 GV ab 2018, ab 2023 alle Betriebe > 20 ha oder > 50 GV)
  • Länderermächtigung für Gebiete:

    • Nitratsensible Gebiete: 50 mg Nitrat/l und steigendem Trend oberhalb 37,5 mg Nitra

      • Im Ermessen der Länder: „grüne Teilbereiche“ aus „rotem GW-körper“ von Länderermächtigung auszunehmen; „rote Teilbereiche“ in „grünem GW-körper“ in Länderermächtigung einbeziehen
      • Länder müssen 3 Maßnahmen auswählen

    • Gebiete mit P-Einträgen in Oberflächengewässer (kausaler Zusammenhang zur Landwirtschaft  

      • Reduzieren oder Einstellen der P-Düngung


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Agrarwirtschaft MV

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